Demokratie ist kein passiver Zustand. Sie fordert uns heraus, weil sie aktiv gestaltet und gefestigt werden muss. Manchmal muss man Werte deshalb buchstäblich einschlagen. Angesichts von Demokratiemüdigkeit und Politikverdrossenheit braucht es neue, kreative Wege. Diese machen Grundwerte und Menschenrechte für alle Generationen greifbar. Genau hier setzt das Projekt „JA für Demokratie!“ unter der künstlerischen Leitung der akademischen Künstlerin Sanja Zivo an.
Kunst als kraftvolles Werkzeug des Dialogs
Das Punzieren beschreibt das Einschlagen von Mustern, Buchstaben oder Symbolen in Oberflächen wie Metall oder Leder. Dabei hinterlässt jeder einzelne Schlag eine dauerhafte und unumkehrbare Spur im Material. Übertragen auf die Demokratiebildung bedeutet dies:
- Sichtbar werden: Bürgerinnen und Bürger – insbesondere Jugendliche – erfahren unmittelbar, dass ihre Stimme und ihr Handeln einen bleibenden Eindruck in der Gesellschaft hinterlassen.
- Gegen-Narrative prägen: So wie beim Punzieren die Struktur eines Materials aktiv verändert wird, schreiben die Teilnehmenden demokratische Werte wie Vielfalt, Toleranz und Respekt fest in den öffentlichen Raum ein.
Öffentliche Mitmachaktion in Gelnhausen
Vom 10. Oktober bis zum 30. November 2026 lädt das Projekt – getragen vom Trägerverein Schützenhof Oberrodenbach e.V. – zu öffentlichen, barrierefreien Mitmachaktionen ein.
Zentrales Element bildet eine Messingtafel als „Charta der Demokratie“. An verschiedenen zentralen Orten in Gelnhausen – darunter das Grimmelshausen Gymnasium, die Bildungspartner Main-Kinzig GmbH, das Main-Kinzig-Forum und der Obermarkt – werden Menschen aller Generationen und mit unterschiedlichen Hintergründen aktiv:
- Persönliche Botschaften: Teilnehmende punzieren eigene Gedanken, Forderungen und Botschaften zu Menschenrechten und gesellschaftlicher Teilhabe direkt in die Metallplatte.
- Begegnung und Pluralismus: Das Projekt schafft einen offenen Raum für Reflexion. Es fördert den Austausch zwischen unterschiedlichen Lebensrealitäten, wodurch insbesondere Gruppen einbezogen werden, die im gesellschaftlichen Diskurs oft weniger Gehör finden.
Ein bleibendes Zeichen für die Gemeinschaft
Am Ende entsteht aus den vielen individuellen Beiträgen eine dauerhafte Gedenktafel. Diese stellt der Veranstalter an prominenter Stelle in der Gelnhäuser Innenstadt aus. Sie dient als sichtbares, starkes Zeichen für Zusammenhalt, Menschenwürde und den unerschütterlichen Wert unserer demokratischen Grundordnung.